Schule Frick - Geschichte
Mit Bestimmtheit reichen die ersten Bemühungen, auch Kinder der Landgemeinde Frick schulisch zu bilden, weiter zurück als ihre erste schriftliche Überlieferung zu Beginn des 18. Jahrhunderts. Die Schule wurde von der Kirche getragen. Sie organisierte und finanzierte nicht nur den Betrieb, mit den Geistlichen stellte sie auch die Lehrpersonen. Mit seiner Kaplanei und seiner Zentrumsfunktion bot Frick bereits spätestens in der Mitte des 17. Jahrhunderts einen Schulunterricht an. Noch im 17. Jahrhundert dürfte sich der Unterricht darauf beschränkt haben, den Kindern die Glaubenslehre auf eine Art nahezubringen, dass sie in der Lage sein sollten, etwas Gedrucktes lesen zu können.
Mit der Zeit wurde diese Christenlehre auch auf dem Lande durch Lehrinhalte wie etwa das Schreiben erweitert, was eine Ausdehnung der Unterrichtszeit mit sich brachte und die Anstellung eines weltlichen Lehrers erforderte. Wurden die Geistlichen und anfänglich auch die weltlichen Lehrer für ihre Tätigkeit aus den Einkünften der Kirche besoldet, so wurde der Dorfschullehrer mit der Zeit teilweise auch von der Gemeindekasse entlöhnt. In Frick lässt sich dank diesem Umstand zu Beginn des 18. Jahrhunderts das Schulwesen erstmals etwas genauer erfassen. Auch die „Allgemeine Schulordnung" von Kaiserin Maria Theresia aus dem Jahre 1774 änderte an diesem engen Verhältnis nichts Grundlegendes.
Erst unter ihrem Sohn Joseph II. schien sich eine deutliche Tendenz zur Trennung von Kirche und Schule anzubahnen, die jedoch in den entlegenen Orten der Vorlande kaum zu nennenswerten Erschütterungen im Verhältnis der Geistlichen zur Schule führte. „Die Religion, und deren Geschichte" stand an erster Stelle der Lehrinhalte. Im jungen Kanton Aargau änderte sich daran zunächst nicht viel, und erst im Laufe der Zeit vollzog sich eine deutliche Trennung von Schule und Kirche.
Erste Hinweise auf die Existenz des ersten von der Gemeinde teilweise besoldeten Dorfschullehrers, Ludimoderator Friedrich Schrankenmüller, finden sich in den Gemeinderechnungen zwischen 1707 und 1711. Da Hinweise auf eine allgemeine Schulpflicht aus dieser Zeit fehlen, darf es uns nicht erstaunen, dass wohl nur ein Teil der Dorfjugend den Schulunterricht besuchte. Wo und wie sich der Schulunterricht abgespielt hat, lässt sich auch nur erahnen. An der Stelle des ehemaligen Schulhauses 1812 auf dem Rampart hatte die Kirche mit Sicherheit schon in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein Gebäude, das als Schulhaus benützt wurde.
Das Gemeindeschulhaus „auf der Insel".
Im Jahre 1750 ersteigerte die Gemeinde ein Haus, das fortan die Schulstube sowie die Lehrerwohnung enthielt (Doppelhaus an der Ecke Geissgasse/Hauptstrasse, heute bekannt unter dem Namen „Insel". Nach einer obrigkeitlichen Umfrage über <Beschaffenheit der Schule ...> aus dem Jahre 1772 lebten 151 Kinder von vier bis zwölf Jahren in Frick, von denen 30 Knaben und 35 Mädchen die Schule besuchten. Schulgeld bezahlte jedes Kind <wans kein Holz bringt 3 Kreuzer, wans aber Holz bringt 2 Kreuzer>. Die Schule dauerte von Martini (11.November) bis in die Karwoche, und <zur Sommers Zeit geht Niemand in die Schul>. Die bereits erwähnte „Allgemeine Schulordnung" von 1774 hatte das Ziel, das Schulwesen zu vereinheitlichen, und mit der Bestimmung <Kinder, beyderley Geschlechts,(...) gehören ohne Ausnahme in die Schule> wurde die Schulpflicht für Kinder ab vollendetem sechstem Lebensjahr eingeführt. Mit der neuen Schulordnung von 1782 wurde die Schulzeit auch auf das Sommerhalbjahr ausgedehnt, allerdings nur für die jüngeren Kinder von 7 bis 9 Jahren an ein bis zwei Tagen pro Woche.
Das neue Schulhaus von 1812 auf dem Rampart/neben der Kirche
Bereits 1805 war der Gemeinde Frick <wegen groser Schülerzahl> aufgrund der Verordnung, dass eine Abteilung höchstens 80 Kinder umfassen solle, <eine Schulabsönderung> angetragen worden; die nun aargauischen Schulvisitatoren bezeichneten das alte Schulhaus als <viel zu klein, zu feucht und ungesund, auch baufällig>. Bis zum Jahr 1822 wurden sämtliche Fricker Kinder vom 6. bis zu 15. Lebensjahr in einer einzigen Schulabteilung unterrichtet. Erst 1911 - die Zahl der Schüler pro Abteilung durfte auf 120 ausgedehnt werden - wurde an der Gemeindeschule Frick eine dritte Abteilung geschaffen. Durch die Einrichtung der Bezirksschule im Jahr 1866 wurde jedoch die Oberstufe erheblich entlastet.
Arbeitsschule im Gemeindehaus am Widenplatz von 1839 bis 1911
Obwohl erst das Schulgesetz von 1835 im Aargau die Einführung der Arbeitsschule für Mädchen vorschrieb, gab es in Frick diese Einrichtung schon 20 Jahre früher.
Die Bezirksschule ( Bild Schaffnereigebäude/Korn- oder Zehntenhaus (Barockbau der Deutschritter der Kommende Beuggen von 1719; seit 1806 als Staatsgut im Besitze des Kantons Aargau) )
Bestrebungen zur Gründung der Bezirksschule stiessen auf grosse Widerstände und Hindernisse; vor allem finanzielle Bedenken waren einer raschen Verwirklichung hinderlich. Neue, ermutigende Verhältnisse schuf das Schulgesetz vom Jahre 1865, das für die Gründung von unteren kantonalen Mittelschulen (Bezirksschulen) bedeutende Staatsbeiträge vorsah. Die Bezirksschulen hatten die doppelte Aufgabe, die <Grundlage zur bürgerlichen Berufsbildung sowie die Anfänge für höhere wissenschaftliche Bildung zu erteilen>.
Die Gemeindeversammlung Frick beschloss, für die geplante Schule auf sechs Jahre die Garantie zu übernehmen und einen jährlichen Beitrag zu leisten, mit der Bedingung allerdings, dass die notwendigen Geldmittel beschafft werden können und der Staat das Schaffnereigebäude zur Miete überlasse. Die Nachbargemeinden Gipf-Oberfrick, Wittnau, Wölflinswil, Oberhof, Ueken, Herznach, Hornussen, Zeihen, Oeschgen, Eiken, Münchwilen und Schupfart beschlossen Subventionen aus ihren Gemeindekassen; auch zahlreiche Privatpersonen versprachen nahmhafte Beiträge. Der Grosse Rat entsprach dem Gesuch des Gründungskomitees um Zusicherung der staatlichen Unterstützung. Nachdem der Regierungsrat das Schaffnereigebäude samt Zubehör zur Miete überlassen hatte, stand der Gründung nichts mehr im Wege.
Bauliche Veränderungen waren allerdings notwendig, zunächst für drei Schulzimmer, das vierte wurde als Lehrerwohnung genutzt. Am 5. August 1866 wurde die Bezirksschule in der Pfarrkirche feierlich eröffnet. 48 Schülerinnen und Schüler wurden von zwei Hauptlehrern (mathematisch-naturwissenschaftlich und sprachlich-historisch) unterrichtet, zwei Jahre später wurde der Kaplan als dritter Hauptlehrer gewählt.
Die rechtliche Situation der Schule war ein Sonderfall; sie gehörte nicht der Gemeinde, war auch keine Kreisschule, und so oblag die Betreuung voll und ganz der Schulpflege. Dieser Zustand sollte fast 100 Jahre dauern.
- 1887 Bezirksschulpflege kauft ohne Beteiligung der Gemeinde Frick das Schaffnereigebäude.
- 1905 Gründung des Vereins ehemaliger Bezirksschüler
- 1921 Gesamtschülerzahl 88 in drei Zimmern.
- Im Mai 1924 wird der Neubau auf dem Ebnet bezogen; möglich wurde er nur, da auch die anderen interessierten Nachbargemeinden mit einem Baubeitrag der Gemeinde Frick folgten.
- 1955 müssen die ersten und zweiten Klassen doppelt geführt werden, da die Schülerzahl auf 151 gestiegen ist.
- Da die Bezirksschulpflege als Besitzerin der Schule nicht in der Lage war, ein neues Schulhaus zu erstellen, beschloss die Gemeindeversammlung von Frick 1962 , die Bezirksschule als gemeindeeigene Schule zu übernehmen.
- 1966 erfolgt die Grundsteinlegung für das Bezirksschulhaus auf dem (äusseren, heutiges Oberstufenareal) Ebnet und 1968 wurde die neue Schulanlage (Gebäude B und Turnhalle ) bezogen.

